Grüne: Mehr Bio in die Kantinen und Großküchen

Bild: Martin Läer, Filiz Polat, Tanja Meyer, Claudia Meyer-Blömer, Stefan Wagner (von links)

Grüne Spitzenkandidatin in Neuenkirchen-Vörden

Filiz Polat, niedersächsische Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, hat gestern (14. September) zusammen mit Tanja Meyer, Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Cloppenburg-Vechta, Stefan Wagner (beide auch im Kreistag Vechta) und Claudia Meyer-Blömer (Ortsgruppe Dinklage), das Unternehmen HÖP in Neuenkirchen-Vörden besucht, um sich über die aktuelle Lage im Bio-Lebensmittelgroßhandel zu informieren.

Martin Läer, Inhaber der Handelsgesellschaft für ökologische Produkte (HÖP), ist mit seinem Unternehmen vor zwei Jahren aus dem Landkreis Osnabrück nach Neuenkirchen-Vörden gezogen, um dem Platzbedarf des wachsenden Marktes für Bio-Lebensmittel gerecht zu werden. Die HÖP GmbH beliefert Großküchen im gesamten Bundesgebiet. „Die Nachfrage nach Bio-Produkten ist in den letzten Jahren erfreulich gestiegen, aber in der Produktion gehört Deutschland zu den Schlusslichtern in Europa. Ich muss viel mehr aus dem Ausland zukaufen, als mir lieb ist“, so Läer.

Filiz Polat betonte, das trotz steigender Nachfrage, das Angebot endlich mitziehen müsse: „Die Anbauflächen, auf denen biologische Landwirtschaft betrieben wird, muss schneller wachsen, wenn wir das 25 Prozent-Ziel der EU bis 2030 erreichen wollen. Richtig etwas passieren muss deshalb in Niedersachsen. Mit 4,7 Prozent Bio-Nutzfläche bilden wir das klare Schlusslicht, trotz rasant steigender Nachfrage.“

Vorreiter sei Baden-Württemberg, so die Grüne Spitzenkandidatin, wo inzwischen gut jede*r vierte Landwirt*in biologisch produziere. Allerdings seien die Betriebe dort auch sehr viel kleiner als in Norddeutschland.

Tanja Meyer ergänzte: „Der Bio-Anteil in der Gemeinschaftsgastronomie von Bund, Länder und Kommunen muss endlich angepasst werden. Hier brauchen wir politische Rahmenbedingungen, damit zumindest Großküchen und Mensen in öffentlichen Behörden sowie Küchen kommunaler Kliniken und Eigenbetriebe eine Mindestzahl an Bio-Produkten anbieten. Denn die Nachfrage ist ja da“.

Tanja Meyer, selbst beschäftigt an der Universität Vechta, verweist in diesem Zusammenhang auf die Mensa der Universität Osnabrück, die eine Vorreiterin im Bio-Bereich ist und seit Jahren das „Goldene Tablett“ für das beste Hochschulessen gewinnt.

Martin Läer stellte zudem sein Firmengelände vor, auf dem sich neben den Büroräumen und der Lagerhalle auch eine Streuobstwiese und ein mit Regenwasser gespeister Teich befinden. Läer will damit zeigen, dass Artenvielfalt auch in Gewerbegebieten möglich ist. So wurde auf dem Gelände bereits der seltene Sandregenpfeifer gesichtet, weshalb die Naturschutzstation Dümmer (NUVD) zwischenzeitlich Fotokameras aufgestellt hatte. Neben Hasen, Fledermäusen und verschiedenen Vogelarten sind auf dem Firmengelände auch diverse Insektenarten zu finden, die von der Streuobstwiese mit heimischen Gräsern angelockt werden.